1. Business Bar Camp mit Themen, die bewegen

Von KI bis Change Management:
Unternehmer bringen ihre Themen selbst auf die Agenda

Bei der 15. Business Lounge des BeraterNetz Mainfranken stand am 29. Oktober in der 360° BASE Würzburg nicht ein fertiges Vortragsprogramm im Mittelpunkt, sondern die Fragen, die Unternehmerinnen und Unternehmer aktuell tatsächlich beschäftigen. Das BarCamp-Format machte genau das möglich: Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Themen mit und gestalteten daraus gemeinsam das Programm des Nachmittags.

Schon bei der Sessionplanung zeigte sich, wie breit das Spektrum der aktuellen unternehmerischen Herausforderungen ist. In drei aufeinanderfolgenden Runden wurde parallel diskutiert, Erfahrungen wurden ausgetauscht und Fragestellungen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.

Dabei nahm das Thema Künstliche Intelligenz erwartungsgemäß viel Raum ein. Allerdings ging es weniger um allgemeine Zukunftsszenarien als um die konkrete Anwendung im Unternehmen: Wo wird KI heute bereits sinnvoll eingesetzt? Welche Möglichkeiten gibt es bei der Automatisierung von Prozessen? Und was verändert sich für Mitarbeitende und Unternehmen, wenn KI zunehmend Teil des Arbeitsalltags wird?

Auch New Work und neue Arbeitsmodelle wurden aufgegriffen. Dabei wurde durchaus kritisch diskutiert, welche Ansätze sich in der Praxis bewähren, wo Erwartungen und Realität auseinanderliegen und welche Rahmenbedingungen Unternehmen schaffen müssen, damit neue Formen der Zusammenarbeit funktionieren.

Veränderung braucht mehr als einen guten Plan

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Führung in Zeiten der Veränderung. In einer Session wurden gemeinsam Erfolgsfaktoren für gelingende Change-Prozesse herausgearbeitet.

Die Diskussion machte deutlich, dass Veränderungen in Unternehmen fast zwangsläufig Unsicherheit auslösen können. Fehlende Kompetenzen, Widerstände, mögliche Fluktuation oder schlicht eine zu hohe zusätzliche Arbeitsbelastung gehören zu den Punkten, die Veränderungsprozesse erschweren.

Gleichzeitig zeigte die Runde sehr konkret, was Unternehmen dem entgegensetzen können: aktive Beteiligung und Verantwortung, Verständnis für die Veränderung, Kommunikation im Dialog, Klarheit über Sinn und Nutzen sowie Wertschätzung für die Beteiligten.

Ein wichtiger Gedanke der Session: Veränderung darf nicht ausschließlich über Geschwindigkeit definiert werden. Unternehmen brauchen eine Balance zwischen notwendiger Veränderungsdynamik auf der einen und Struktur und Sicherheit auf der anderen Seite. Auch Führung muss dabei berücksichtigen, dass Menschen unterschiedlich mit Veränderungen umgehen.

Was macht Unternehmen zukunftsfähig und resilient?

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Frage, welche Faktoren Unternehmen langfristig erfolgreich, zukunftsfähig und widerstandsfähig machen.

Auf der Ergebnistafel entstand dazu kein kompliziertes Managementmodell, sondern eine Sammlung von Begriffen, die sehr nah am unternehmerischen Alltag liegen. Immer wieder genannt wurden unter anderem Werte, Kultur und Kompetenz, aber auch Vertrauen, Transparenz, Authentizität, Zuverlässigkeit, Empathie, Kommunikation und Netzwerk.

Daneben spielten Themen wie Kundenorientierung, Flexibilität, Lernbereitschaft und Mut eine Rolle. Die Diskussion zeigte damit auch: Zukunftsfähigkeit hängt nicht allein von Strategie, Technologie oder Kapital ab. Entscheidend ist ebenso, wie Menschen in einem Unternehmen miteinander arbeiten und wie offen eine Organisation auf Veränderungen reagieren kann.

Der Wert lag im Austausch

Genau darin lag letztlich auch die Stärke des BarCamp-Formats. Die Teilnehmenden mussten keine fertigen Präsentationen vorbereiten und auch keine abschließenden Antworten mitbringen. Eine konkrete Frage oder eine Erfahrung aus dem eigenen Unternehmen reichte aus, um eine Session anzustoßen.

Dadurch entstanden Gespräche, die sehr schnell in die Praxis gingen. Statt Frontalvorträgen gab es Nachfragen, unterschiedliche Erfahrungen, Zustimmung, Widerspruch und neue Blickwinkel. Manche Fragestellung führte zu einer konkreten Idee, andere zu der Erkenntnis, dass mehrere Unternehmen gerade vor ganz ähnlichen Herausforderungen stehen.

Nach drei Sessionrunden wurden die wichtigsten Eindrücke noch einmal zusammengetragen. Beim anschließenden Get-together blieb anschließend Zeit, einzelne Gespräche zu vertiefen und Kontakte weiterzuführen.

Die Business Lounge hat damit gezeigt, dass ein BarCamp gerade für Unternehmer einen interessanten Rahmen bieten kann: Die Agenda folgt nicht dem, was ein Veranstalter für relevant hält, sondern dem, was die Menschen im Raum tatsächlich beschäftigt.

Und an Themen für weitere Gespräche dürfte es auch künftig nicht mangeln.

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